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Was ist am Abflugtag (27.04.14) nun wirklich passiert in Saudi-Arabien?!

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Liebe Leser, liebe Follower, liebe Freunde,

ich kläre nun in diesem Text auf was genau geschehen ist am 27.04.14 im Airport Jeddah Saudi-Arabien:

Wir sind wie geplant von Mekka los gefahren. Um 2 Uhr morgens sollten die Koffer in den Bus gebracht werden und um 3 Uhr sollten wir los. Um 4 Uhr starteten wir unsere Fahrt.
Zu diesem Augenblick hatte ich nicht geschlafen, war seit 4 Uhr in der Früh vom Vortag wach. Zwischendrin hatte ich mich aber hingelegt und mir noch 2-3 Stunden Schlaf einholen können. Mir ging es sehr schlecht. Ich hatte immer wieder Nierenkoliken und musste meine Schmerzmedikation auf das doppelte erhöhen….und das schon einige Tage zuvor. Sonst hätte das mein Körper diese Strapazen nicht bewältigen können vor Schmerz!
Ich saß nun mir Schmerzen und Atemschwierigkeiten im Bus und betete zu Allah, dass alles schnell vorbei geht und ich in Deutschland endlich ins Krankenhaus kann. Meine operierte Seite war steinhart und meine restliche rechte Lunge fühlte sich wie ein Bleiklumpen an. Ich hatte Angst!
Wir machten zwischendrin Halt an einer Moschee um unser Morgengebet zu beten. Ich konnte die Gebetseinheiten nicht ordnungsgemäß verrichten, denn immer wenn ich zur Gebetsstellung musste (in die Knie, mit dem Kopf auf dem Boden) überkam mich ein heftiger Hustenanfall, der nicht zu stoppen war, umgeben von heftigsten Schmerzen in der Lungen- und Nierengegend. Ich machte das wozu ich in der Lage war und unterließ diese Stellung.
Unter heftigsten Schmerzen bin ich in Begleitung von anderen Gruppenmitglieder in den Bus und als ich die Treppen besteigen musste um meinen Platz zu erreichen war kein Laufen mehr möglich. Ich brach zusammen, ein Bein war in der unteren Stufe, das andere in der oberen und ich konnte nur noch schreien vor Schmerz. Tränen überkamen mich und trotz aller Versuche eine Bewegung zu machen hatte ich nichts mehr regen können. Ich blieb wie ich war und schrie. Bekam keine Luft und wusste mir nicht mehr zu helfen. Mein Mann musste hinter mich kommen, krabbelte unter mir durch und trug mich von hinten hoch. Das waren Höllenschmerzen! Draußen wurde über mich Wasser übergossen und ich nahm nochmals eine Schmerztablette ein. Nach ca. 15 min war ich dann etwas betäubt und konnte meinen Platz einnehmen.

Angekommen am Airport fing das Chaos direkt an. Am Schalter brach das System zusammen und der Mitarbeiter dort machte es sich lieber mit Tee und Kaffee bequem statt sich um die Schlange mit 75 Personen zu kümmern. Uns blieb nichts anderes übrig als zu warten. Ein Gruppenführer sah diesen Zustand und rief den Inhaber der Organisation an. Der hatte sich dann auch auf dem Weg zu uns gemacht und versuchte irgendetwas zu regeln. Viel zu spät begann dann das einchecken.
Die Boarding-Karten wurden verteilt und 6 bekamen keine. Darunter ich!
Da ich Schmerzen hatte, die man mir auch ansah hat man mich gebeten mich in ein Kaffee zu setzen, etwas zu essen und zu trinken und man würde sich dann auch um meine Angelegenheit kümmern. Ich fragte auch nach weshalb ich keine Karte hätte und man antwortete, dass wir gesondert gebucht wurden, wir aber eine bekämen, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen.

Gesagt getan, ich ging in ein Kaffee, trank eine Latte Macchiato und aß ein Croissant. Als ich dann etwas gestärkt war ging ich zurück zu meinen Koffern. Die 6 ohne Karte standen immer noch da und warteten. Kurz darauf kam der Inhaber der Organisation und teilte uns mit, dass genau 2 Leute nicht ihren Flug antreten können. Wir sollten uns einigen wer noch einen Tag hier verweilen kann. Es war für alle klar, dass ich fliege. 2 Männer erklärten sich bereit zu bleiben. Ich dachte nun wäre alles geklärt.
Doch der eine hat es sich dann doch anders überlegt und sollte dann doch fliegen. Irgendwie kam er auch an seine Boarding-Karte.

Nun standen wir da und wussten nicht wie uns geschieht, denn auf einmal waren es nicht 2, die bleiben mussten sondern ganze 5! Mein Mann versuchte sich darum zu kümmern und schlussendlich sollte er ein Ticket bekommen und ich nicht! Er hatte seine Karte und ich sollte bleiben!!!
Das Chaos war nun ganz groß, das hin und her kaum zu überblicken. Der eine rannte da, der andere dort und ich war am heulen. Einer empfahl mir den sterbenden Schwan zu spielen damit die wissen wie krank ich bin doch auch das hätte nichts gebracht.
Nun rannte mein Mann los dem einen Mitarbeiter hinterher und ich rannte in die andere Richtung zu den Gruppenleitern. Ich schrie: Die wollen mich nicht fliegen lassen, die wollen mich hier lassen, ich muss ins Krankenhaus! Der eine schaute mich entsetzt an, verstand nichts, rief seinen Kollegen hinzu, der dann los rannte zum Inhaber der Organisation. Es war wie im Djungel! Das Bild des Chaos habe ich immer noch im Kopf.
Alle 3 sind dann los zum Standpunkt meines Mannes der heftigst mit den Mitarbeitern von Saudi-Airlines diskutierte. Er erklärte ihnen, dass ich krank bin, ins Krankenhaus muss, nach Deutschland, dass ich nicht ohne Aufsicht bleiben kann und man ja eh als Frau ohne Mann in Saudi-Arabien nicht verreisen darf. Alles versuchte er zu vermitteln und immer wenn ich dazu kam, sagte man mir ich sollte mich beruhigen und mich setzen. Ich konnte nicht wirklich was machen sondern musste den anderen mein Schicksal überlassen. Ich hörte Beschimpfungen seitens meines Mannes, bekam mit wie der Inhaber der Organisation nicht ernst genommen wurde….der hat dann auch meinen Mann alles bereden lassen weil sein arabisch einfach besser ist (Inhaber ist Deutsch, spricht aber arabisch). Die anderen beiden waren nur entsetzt und geschockt…man sah ihnen das an ihren Gesichtszügen an….auch der Inhaber war erbleicht, schaute immer wieder von rechts nach links und bekam vor lauter Schock keine Worte heraus. Mein Mann war aufgebracht und schlussendlich drohte er mit der Botschaft! Er sagte: meine Frau ist Deutsche Staatsbürgerin und wenn sie mir jetzt nicht eine Möglichkeit bieten dann rufe ich die Botschaft jetzt an! Das hat aber auch nichts gebracht…Gegendrohung war dann, dass diese uns nicht helfen würden sollten wir die Botschaft mit einbeziehen.

Die Mitarbeiter der Saudi-Airline waren von Anfang an zu keinem Kompromiss bereit. Anscheinend wurden 5 Tickets verkauft im vorn hinein und es wurden willkürlich einige ausgefiltert, die eben nicht fliegen sollen. Darunter wie gesagt auch ich! Es war auch keine Möglichkeit der Kommunikation vorhanden, diese beharrten auf ihren Standpunkten und ließen sich nicht erweichen. Weder mit Krankheit, noch mit Schmerz noch mit lebensbedrohlichem Zustand. Es wurde sogar mitgeteilt, dass sie mich hier in Saudi ins Krankenhaus bringen werden wenn das gewünscht ist aber der Flug findet eben nicht statt.
Ich hatte auch gesagt, dass sie doch bitte in der Business-Class schauen sollen…dort sind immer Plätze frei….aber keine Chance.

Im Nachhinein haben mir mehrere Gruppenmitglieder bestätigt, dass die Business-Class leer war und mindestens 3 Plätze in der Economy-Class frei gewesen sind. 
Man hat uns also einfach nicht mitfliegen lassen wollen. Die Plätze waren frei!!!

Unser geplanter Flug fand ohne uns statt. Um 9.45 Uhr flog die Maschine und wir waren nach wie vor am heftig diskutieren.

Man gab uns irgendwann eine Alternative. Wir sollten in London zwischenstoppen und dann würden wir noch am selbigen Tag den Anschlussflug nach FFM erhalten.
Das Ende von diesem Desaster: Wir bekamen unsere Tickets nach London, der Anschlussflug fand aber am nächsten Morgen statt. Wir sollten in einem Hotel übernachten. Wir hatten nun keine andere Wahl als diese schlechte Alternative entgegen zu nehmen und das Land zu verlassen.

Nun ging es darum unsere Koffer einzuchecken. Ich übernahm alles, leitete alles weitere auf Englisch und sorgte dafür, dass alles ordnungsgemäß an seinem Platz landete. Dann wollte man unser Zimzim-Wasser nicht verschicken. Wieder Umwege, einen anderen Mitarbeiter, einen anderen Schalter…weitere Diskussionen und Erklärungen. Aber mit meinem Durchsetzungsvermögen hatte ich es geschafft, dass wirklich alles verschickt wurde wo es hinsollte. Ich ließ keine Kompromisse oder Argumentationen zu…..ich hatte es satt nur zu schauen und zu warten und zu sehen, dass wirklich keiner zu etwas in der Lage war. Da wusste der Kopf nicht was die Beine machen!

Knapp 6 Stunden dauerte der Flug an. Kaum aus dem Flieger raus haben wir uns an den wartenden Mitarbeiter dort gewandt. Da mein Englisch am Besten war übernahm ich nun die Führung und erklärte ihm alles, auch das ich schwer erkrankt bin und er doch bitte versuchen soll, dass wir heute noch die Weiterreise antreten können.
Dieser Mann gab sich wirklich alle Mühe aber es kam nicht zum gewünschten Resultat. Ich sollte mich so oft es geht hinsetzen…auch dieser Mann sah mir die Strapazen und Schmerzen an.

Das nächste Problem was wir nun hatten:
Wir waren 5 Leute, 2 davon (ein junger Mann und ich) hatten keine Einreiseschwierigkeiten, denn wir hatten die deutsche Staatsbürgerschaft…die restlichen 3 (ein sehr altes Ehepaar mit ca. 70 Jahren und mein Mann) hatten nicht europäische Nationalitäten. Mein Mann tunesisch und das Ehepaar indonesisch. Das wurde in Saudi-Arabien nicht berücksichtigt! Wir mussten nun für die 3 Personen einen Visumsantrag für 24 h besorgen. 
Dieser Mitarbeiter in London (Personensicherheitskontrolleur denke ich) hatte sich alle Mühe gegeben und diese nach längerem hin und her auch besorgt. Er stand uns sehr sehr gut in allem bei und war wirklich nett, zuvorkommend und sehr sehr hilfsbereit. Ein dickes Lob an diese Person! Das war unsere größte Stütze an diesem Tag. Gott sei Dank gibt es noch vereinzelt solche Menschen, die mit Herz bei der Sache sind und Menschlichkeit besitzen.
Es gab aber anscheinend noch Probleme mit den Plätzen von mir und meinem Mann. Jedoch hatte man uns mitgeteilt, dass wir uns darum keinerlei Gedanken machen müssen, denn man würde alles machen, dass wir morgen unseren Flug antreten können. Ich vertraue ihnen….andererseits war ich viel zu fertig um mir da noch Gedanken zu zu machen.
Wir bekamen schlussendlich Bustickets für die Fahrt ins Hotel mit dem Bus und einen Hotelausweis zum einchecken.

Um ca. 22 Uhr kamen wir endlich im Hotel an. Wir waren so platt…und Hunger hatten wir auch. Die Restaurants schlossen um diese Zeit schon und wir sollten uns dann im Zimmer etwas bestellen. Mein Mann schlief ohne Essen, W-Lan funktionierte nur mit Kreditkarte (zum Glück standen 2 Computer zur Verfügung mit denen wir dann auch diese Information mitgeteilt haben) und mit der Essensbestellung gab es auch Schwierigkeiten. Ich setzte mich durch und bestellte mir etwas süßes. Es kam auch an.
Nach einer heißen Dusche bin ich dann auch ins Bett (ca. 0:30 Uhr) um dann um 3.30 den Tag zu starten. Uns fehlte allen Schlaf, wir waren so platt und teilweise nicht ansprechbar und gereizt am nächsten Tag.

Endlich angekommen in FFM kam uns auch die nächste Katastrophe entgegen. Wie sollte es auch anders sein…das Gepäck wurde teilweise falsch verschickt, gar nicht verschickt oder gleich in Jeddah gelassen. Das ältere Ehepaar bekam keiner seiner Koffer, der junge Mann hatte schon in London seinen Koffer nicht erhalten und den anderen in FFM auch nicht, und bei uns war (zum Glück!!!) nur das Zimzim-Wasser nicht angekommen. Ich war heilfroh als ich all meine Koffer hatte….das könnt ihr euch echt nicht vorstellen…

Schnell aus dem Flughafen raus, meine Mutter wartete schon vor der Tür und ab nach Hause!! Ich war total fertig, total krank, alles aber auch alles tat mir weh…ich wollte noch zum Arzt aber ich war so müde….nur noch das Bett war meine Rettung! Ich brauchte so dringend Schlaf!!!

Erst am nächsten Tag war ich in der Lage mich zum Arzt zu bewegen. Fieber, Schmerzen in der Niere und der Lunge begleiteten mich stetig. Eine Lungenentzündung war eigentlich in meinem Fall fast schon selbstverständlich. Auch mein Mann war total krank. Bronchitis, auch Fieber….

Trotzdem: Termine mussten verschoben, Anrufe beantwortet, Briefe entgegen genommen werden…ich war ja schließlich 2 Wochen nicht da. Unheimlich viel Aufholarbeit stand auf der Liste. Krankenkasse, Zahlschein, Einkäufe, ausstehende Abholungen bei der Post….Beschwerden schreiben…..ich bin nach wie vor am Erledigen und versuche Tag für Tag alles nachzuholen. Ich muss auch noch zu Saudi-Airline wegen einer Entschädigung nach Frankfurt….dort werde ich das ganze in schriftlicher Form einreichen und auch besprechen. Ich erwarte und hoffe, dass man uns diese Strapazen entsprechend erstattet.

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Weiter geht es…

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Nur noch 2,5 Wochen bis zur Reise, ich glaube mir ist das noch gar nicht wirklich bewusst geworden. Ich werde die nächste Zeit dafür nutzen, mich auf diese spirituell sehr anspruchsvolle Reise vorzubereiten. Ich freue mich sehr darüber. Mekka…bald bin ich dort, bald kann ich das sehen wovon so viele träumen…Bald ist es soweit.

Meine Lungen pfeifen, ich merke, dass es mir Kraft nimmt. Wir haben zudem die Zeit der Allergie. Pollen, Blüten und noch vieles mehr ist im Angebot. Ich bin Asthmatikerin zudem….das verschärft die Sache um einiges.

Mein Bein schleicht mir nach wie vor hinterher. Immerhin leichte Besserungen sind erkennbar. Habe aber Schmerzen. Laufen fällt mir schwer. Manchmal verliere ich für ganz kurz das Bewusstsein, bin heute von der Leiter gefallen. Dann stand ich im Flur…kurz wurde alles schwarz und ich schlug gegen die Wand auf. Das sind kurze „Blackouts“. Leider weiß  ich nicht woher das kommt. Ich kann nur geduldig sein und meinem Körper Zeit geben um sich zu regenerieren. Ich versuche alles…aber ohne starke Schmerzmittel schaffe ich es noch nicht den Tag zu bewältigen. Ich kann derzeit kein Auto fahren. Morgen habe ich jedoch einen Termin in der KMT-Ambulanz im Klinikum. Ich muss mich darauf vorbereiten. Will die Sachlage ansprechen. Vielleicht ist es besser nochmal ein CT vom Kopf zu fahren, denn eine Metastase kann dahinter stecken. Vielleicht brauche ich eine höhere Dosis Kortison. Es hat mir geholfen…

Ich versuche Ruhe in meinen turbulenten Alltag zu bringen voll von Terminmarathon. Ich habe gestern und heute die Wohnung nicht verlassen, ich will nicht, ich will Ruhe. Selbst Telefonate sind mir derzeit ein graus. Ich vermeide sie…aber ich habe es trotzdem geschafft heute bei verschiedenen Ortschaften Termine zu erledigen bzw. wichtiges zu erfragen.

Ich habe entschlossen gegen unsere finanzielle Not anzugehen und habe angefangen meine Kleider zu verkaufen. Ich verkaufe Abendkleider, die ich schon mal getragen habe und werde auch die Kleider von der Hochzeit bzw. von der standesantlichen Trauung verkaufen. Ich hoffe, dass jemand anderes damit Freude erfährt und ich etwas Geld zusammenbekomme. Zumindest versuche ich etwas und schaue dem Ganzen nicht nur zu. Ich hasse es hilflos und ohnmächtig einer Situation gegenüber zustehen und nichts machen zu können. Das ertrage ich nicht, deshalb handle ich. Das wird schon…ich bin motiviert und guten Mutes. Das schaffe ich. Es wird alles GUT. Ich bin überzeugt. Ich spüre eine innere Gelassenheit und denke, dass alles zu überstehen ist ohne Schäden zu hinterlassen. 

Es gibt Menschen, die sind in einer noch viel größeren Not. Ich kann helfen. Ich versuche es. Ich will auch. Eine Frau mit 3 Kindern hat nichts, braucht etwas Unterstützung. Sie ist arm und allein. Ich möchte ihr helfen mit dem was ich kann. Man kann immer irgendwie helfen, selbst wenn es nur ein Bittgebet ist. Ich weiß was es bedeutet in Not zu sein. Ich durchlebe es und wünsche es niemandem. Was ich mir selbst wünsche, wünsche ich all meinen Mitmenschen. Man muss sich bewusst machen, dass es immer jemanden gibt bzw. einige gibt denen es schlechter geht…