Archiv der Kategorie: Religion&Gesellschaft

Wunderschöne Überlieferung unseres Propheten (saws) über das Erleiden von Krankheit….Hoffnung!

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Der Prophet (salla-llahu ´alaihi wasalam) sagte:

Kein Missgeschick betrifft den Muslim, keine Sorge, kein Kummer, kein Schaden, kein Gram, nicht einmal ein Dorn sticht ihn, ohne dass Allah damit etwas von seinen Sünden auslöscht.

(Sahih Al-Bukhari,Hadith Nr. 5318)

Krankheit in der orientalischen Kultur

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Heute will ich ein wichtiges Thema ansprechen. Es geht um das krank sein in der orientalischen Kultur, das Verhalten der bestimmten Gesellschaft und die Folge dessen.

Da ich aus Tunesien stamme habe ich mich auch mit dem gesellschaftlichen Umgang von Krankheit in diesem Kulturkreis auseinander gesetzt.
Meine Krankheit wurde so gut es geht verschwiegen, geradezu tabuisiert. Denn als eine kranke Frau hast du viele Nachteile. Da das Thema Heirat in unserer Kultur sehr wichtig ist wird schon früh differenziert und gefiltert wer überhaupt heiratsfähig oder gar vermittelbar ist. Wie ihr euch vorstellen könnt gehörte ich zu den Frauen, die eigentlich gar nicht vermittelbar waren. Oft krank, eher schwach, wenig weibliche Merkmale und das schlimmste „unfruchtbar“! Und eine Frau, die keine Kinder auf die Welt bringen kann ist eben keine Frau, die von den Familien gerne gesehen wird bzw. eine unerwünschte Schwiegertochter. Man will für die tunesischen Männer eine Frau wählen, die gut aussieht, sich gut in die Familie integrieren kann, leistungsfähig ist und gebärfähig ist. Man beginnt schon einige Wochen nach der Heirat zu fragen, wann denn endlich Nachwuchs ansteht.
Meine Erkrankung wurde verschwiegen um mir keine Nachteile in der Gesellschaft zu bringen. Doch da ich ein sehr ehrlicher Mensch bin, habe ich bei einem Kennenlernen auch wichtige Informationen erwähnt. Schnell habe ich gemerkt, dass dies gleich zu Ablehnung von der Männerseite führt.

Einmal hatte mir ein Mann gleich von Anfang an mitgeteilt, dass er mich sehr gerne mag, mich auch heiraten würde, er jedoch baldigst eine 2. Ehefrau dazu haben wolle da ich ja keine Kinder kriege und mit dieser Grunderkrankung eher ungeeignet bin für eine Ehe. Andere haben gleich abgesagt und das Kennenlernen sofort abgebrochen oder es wurden fantasievolle Ausreden erfunden um mich los zu werden. Ich stand oft da und war sehr traurig über solche Reaktionen. Diese Ablehnende Haltung war einfach erschreckend. Es kam nicht darauf an wie du aussiehst oder gar was für einen Charakter du hast…und auf Gefühle wurde gar keine Rücksicht genommen, ganz im Gegenteil. Ich durfte Verletzungen erfahren, die kein Mensch verdient hat. Einfach arm….

Ich beschloss die Männer aus diesem Kulturkreis aus meinem Leben komplett auszuschließen. Einen tunesischen Mann? nicht mit mir!! Diese Einstellung trug ich jahrelang mit mir und selbst meine Eltern, deren Wunsch es schon war einen tunesischen Schwiegersohn zu erhalten, haben mich verstanden. Gerade meinem Vater war es wichtig. Jedoch waren meine Argumente gegen einen tunesischen Schwiegersohn weitaus verständlicher und nachvollziehbarer. Die Reaktionen waren mehr als eindeutig und mein Vater kannte die gesellschaftlichen Normen der Kultur so gut, dass auch er es einsah:“ ein tunesischer Mann wird meine Tochter wohl nicht heiraten wollen….!“

Ich habe mir oft den Kopf darüber zerbrochen was wohl der Grund ist, dass viele so denken und es ihnen egal ist was die Frau alles durchgemacht hat. Wieso wird eine kranke Frau nur so abgestoßen? Wieso wird sie dermaßen abgelehnt und bekommt nicht dieselben Chancen und Rechte wie andere Frauen auch? Warum lässt man solche Frauen so im Stich? Ist es denn so wichtig Kinder zu bekommen, dass der Mensch schon fast nur Mittel zum Zweck wird? Wieso wird man dermaßen benachteiligt und hat nur Nachteile statt Verständnis?

Für mich war klar, dass diese Männer einen sehr eingeschränkten Horizont besitzen….oder sogar überhaupt keinen Horizont! Ich war oft so sauer, voller Hass und einfach nur enttäuscht. Ich beschloss irgendwann das Thema Ehe für mich abzuschließen und einfach keine Männer kennen zulernen. Damit ging es mir auch viel besser.

Was ich bis heute nicht verstehen kann: Der Islam hat so viele schöne Worte für Krankheit, so viel gutes zu vermitteln und gibt so viel Hoffnung und Kraft, Es wird darauf Wert gelegt wie der Mensch ist, was für einen Charakter er hat, wie er sich gegenüber seinen Mitmenschen verhält….doch kein Wort von Ablehnung kranker Menschen. Ganz im Gegenteil.
Deswegen konzentrierte ich mich auf meine Religion, die mir sehr viel Kraft schenkte in vielen schweren, harten Stunden.

Ich habe mich selbst von dieser Gesellschaft abgegrenzt aus Eigenschutz. Deswegen konnte ich schon früh Verletzungen dieser Art vermeiden. Denn im Gegensatz zum tunesischen Verständnis für Krankheit, habe ich von meinem Freundes- und Bekanntenkreis nur positives und optimistisches erfahren. Menschen, die mit einem zusammen weinen, unterstützen und für einen da sind. Die einen annehmen und akzeptieren wie man ist und einfach lieben ohne an irgendwas zu denken.

Ich schreibe hier von meinen eigenen Erfahrungen. Demzufolge wird es sicher Menschen geben, die auch positives erfahren durften, denn es sind nicht alle gleich. Das hoffe ich sogar sehr. Das sind Erfahrungswerte von mir selbst….was ich so mitbekommen durfte, was ich gesehen und gehört habe…ich möchte damit niemanden angreifen oder beleidigen. Ich freue mich wenn ich Tunesier sehe, die genau gegenteilig von dem handeln wie ich es leider erfahren durfte. Wie gesagt: Es sind nicht alle gleich und ich hoffe, dass die kommenden Generationen mehr Verständnis und Unterstützung mitbringen als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Ich wünsche es mir. Einen Menschen nur wegen der Erkrankung als minderwertig anzusehen ist einfach nur traurig.