Zu Hause mit Hindernissen

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Ich bin nun seit Donnerstag zu Hause. Aber ich kann euch sagen, es war ein riesen Akt. Bei mir muss täglich 2x der Pflegedienst vorbeischauen. Ich bekomme über Nacht Zusatznahrung von ca. 1250 kcal. Der Pflegedienst kommt um kurz nach 21 Uhr, stellt die Gerätschaft ein, schliesst mich an die Nahrung an und kommt wieder am nächsten Tag um ca. 11-12 Uhr. Aber ich kann euch sagen: bis das Personal das Gerät eingestellt hat habe ich 1000 Panikschübe hinter mir. Das Gerät scheint etwas kompliziert. Sie wurden am Tag meiner Entlassung darin eingearbeitet….also sind die Pflegekräfte sehr sehr unsicher und ich bekomme einfach nur Angst, dass sie was falsch machen und mich verletzen oder gar durch ihr fehlerhaftes Verhalten sogar umbringen!!!
Ansonsten wurden mir schon einige Hilfsmittel geliefert, an meinem Entlasstag…ich kann euch sagen dieser Tag war dermaßen stressig! Am laufenden Band war irgendjemand da, der Medis lieferte oder Unterschriften wollte oder oder oder…es war schrecklich! Dann war da noch ein Lieferant, der total aggressiv wurde weil er hier das Bett abliefern wollte, welches aber woanders hin kommt…und das Beste: wird wussten nicht mal, dass es überhaupt geliefert wird. Es war wirklich furchtbar und während dieser Mann solch ein unverschämtes Verhalten an den Tag legte, saß eine Frau vor mir die für die komplette Pflege und für die Medis zuständig war. Mein Kopf hat nur noch geraucht.
Als dann alles rum war und ich knappe 200€ zahlen musste für die ganzen Medis (da ist man krank und wird finanziell auch noch ruiniert und zwar ohne Vorwarnung) war ich so platt, dass ich nur noch schlafen konnte.

Ich musste mich die Tage erholen, war schon gut erschöpft, musste natürlich auch Termine absagen auf die ich mich gefreut habe…aber es geht mir soweit ganz gut. Ich muss an meinem Appetit arbeiten…das ist echt anstrengend, wenn du überhaupt keinen Hunger hast aber dich zwingen musst…Ich laufe auch ohne weitere Hilfsmittel in der Wohnung herum. Ich versuche mich wieder fit zu bekommen und soweit macht auch mein Kreislauf mit, zum Glück 🙂
Ich kämpfe weiter!!!!!! Und so lange bis es wirklich nicht mehr geht! Krebs ist heilbar und man kann auch jahrzentelang damit gut leben!!

Es war wirklich heftig wie die Ärzte im Krankenhaus mich einfach aufgegeben haben. Es wurde nichts versucht oder vorgeschlagen oder sonstiges. Für die war ich ein Fall dem nicht mehr zu helfen war. Man sprach öfter mal von Hospiz etc. Ich kämpfe für mein Leben wie eine wilde und die nehmen einem in sekunden alle Hoffnungen!! Das hat mich oft so niedergeschlagen! Aber ich höre nicht mehr auf diese sinnlosen Meinungen, sollte ich dann gesund werden, werden die eh den Mund nicht mehr schliessen können. Ich zeigs ihnen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Natürlich habe ich Tage wo ich weinen muss…gestern war solch ein Tag. Ich habe etwas in Facebook gestöbert und gesehen, dass ganz viele verreisen. Tunesien, Teneriffa….etc. Da musste ich echt weinen. Nicht weil ich es ihnen nicht gönne, ganz im Gegenteil, sondern weil ich selbst sooooo gerne verreisen will, einfach mal raus aus dem Ganzen, Energie tanken, Ruhe und Kraft erhalten, Spaß und Freude spüren, sich einfach in der Sonne am Strand erholen. Ich wünsche es mir so sehr und wenn ich immer wieder posts sehe vom Verreisen dann kommen mir eben die Tränen…ich wünsche es mir so sehr!!
Dann mussten meine Eltern mich erstmal beruhigen…konnte meine Tränen eben nicht mehr halten. Das ist aber ok und muss auch mal sein. Das sind auch Gefühle und diese müssen auch mal raus.

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